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Ein offener Brief zum Thema behördliche Verhinderung der "Vision Parade" 2006 in Bremen !!!

26. Juli 2006 Doc Jones

Der Raver – Ein potentiell gefährlicher “Kultur-Störer” !?

Diesen Eindruck bekommt man jedenfalls , wenn man sich mal die Begründung des Bremer Amtes für Strassen und Verkehr zur Nichtgenehmigung der diesjährigen “Vision Parade” , welche eigentlich am 02. Sept. hätte stattfinden sollen , genau durchliest !

Dort steht u. a. folgende , äußerst “wagemutige” Behauptung zu lesen :

“die Wahrscheinlichkeit, dass die beiden Zielgruppen die der Raver von der "Vision Parade" einerseits und die der Besucher des Bremer Musikfestes andererseits - Anmerkung des Autors aufeinander treffen werden, als sehr hoch einzuschätzen. Insoweit können Störungen des Musikfestes ebenso wenig ausgeschlossen werden wie den damit verbundenen und befürchteten Imageschaden für die Stadt Bremen.”

Meines Erachtens werden damit alle sogenannten Raver , die – ebenso friedfertig wie die Besucher des klassischen Bremer Musikfestes andererseits – ihr ( vollelektronisches ) Musikfest Namens “Vision Parade” auch dieses Jahr wieder gemeinsam in Bremen feiern wollen über einen Kamm geschoren und vom Amt , welches eigentlich ohne große Bedenken , wie schon in den Jahren zuvor auch , die dafür nötige Genehmigung erteilen sollte , auf einmal und völlig unbegründet als potentielle “Kultur-Störer” diffamiert !
Die “Vision Parade” und deren Besucher , die sogenannten Raver , werden damit quasi mit den “Chaos Tagen” und den dazu extra anreisenden gewaltbereiten Skinheads und Punkern auf eine Stufe gestellt , was eine Verunglimpfung der allerübelsten Sorte darstellt !

Das kann und darf man in dieser Weise aber auf gar keinen Fall gutheißen oder gar noch unterstützen und deswegen ist eine Klage des “Vision Parade” Veranstalters gegen das Amt und dessen absolut untragbare Behauptungen nur Recht und billig , da solche Formulierungen und eine derartige Vorgehensweise , was die Nichtgenehmigung der “Vision Parade” angeht , im Grunde genommen schon einer Pauschaldiskriminierung aller “Freunde elektronischer Tanzmusik” – wie z. B. auch mir , einem mittlerweile 39-jährigen freiberuflichen Journalisten , der damit auch – quasi von Amts wegen – als potentieller “Kultur-Störer” eingestuft wird – gleichkommt !

Zudem erhärtet sich bei mir die üble Vermutung , dass man von vorneherein gar nicht wirklich gewillt war , die diesjährige “Vision Parade“ von Seiten der dafür zuständigen Ämter und Behörden überhaupt zu genehmigen , sondern ganz bewusst nur auf Zeit gespielt hat , um dann auch noch nach einer – zuerst einvernehmlich erscheinenden – Terminverschiebung mit derart unglaublichen Ausreden für die Absage zu kommen , die den gemeinen Raver pauschal als potentiellen “Kultur-Störer” diffamieren !

Wenn etwas zu einem nicht unerheblichen Imageschaden für Bremen führt , dann ist es meines Erachtens eben genau so ein unmögliches Fehlverhalten der Behörden und Ämter dieses Stadtstaates , welches im Prinzip bei allen “Freunden elektronischer Tanzmusik” einerseits für verständnisloses Kopfschütteln sorgen wird , aber andererseits auch zu einer “Jetzt erst recht !” Haltung führt , da man sich so keinesfalls von Amts wegen verunglimpfen und mit wirklich gewaltbereiten Chaoten auf eine Stufe stellen lässt , wie ich doch sehr hoffe !

Übrigens , was hätte der Bremer Amtsschimmel wohl gemacht , wenn es statt der “Vision Parade” z. B. ein Heimspiel des SV Werder Bremen gewesen wäre , dass für einen Besucheransturm am selben Tag wie das Musikfest in der Stadt gesorgt hätte ?
Wäre dann etwa ein Bescheid an den Verein gegangen mit der Aussage , dass “die Wahrscheinlichkeit, dass die beiden Zielgruppen die der Fussball-Fans einerseits und die der Besucher des Bremer Musikfestes andererseits - Anmerkung des Autors aufeinander treffen werden, als sehr hoch einzuschätzen. Insoweit können Störungen des Musikfestes ebenso wenig ausgeschlossen werden wie den damit verbundenen und befürchteten Imageschaden für die Stadt Bremen.” und daher das Spiel kurzerhand zu Gunsten des “kulturell wertvolleren” Musikfestes abgesagt werden muss ?
Das mag ich nun wirklich nicht im mindesten glauben und daher ist meine unzweideutige Erkenntnis in diesem Fall , dass in Bremer Amtsstuben und Behören ganz offensichtlich mit zweierlei Maß in solchen Fällen gemessen wird , was ich als äußerst ungerecht und geradezu verwerflich empfinde und weswegen ich mir auch als von Amts wegen pauschal als potentieller “Kultur-Störer” diffamierter “Freund elektronischer Tanzmusik” ebenfalls rechtliche Schritte in Form einer Anzeige wegen Diskriminierung gegen die entsprechenden Stellen vorbehalte , sofern sie ihre untragbaren Behauptungen auch weiterhin aufrechterhalten und diese nicht ebenso zurücknehmen , wie die Entscheidung , die “Vision Parade” dieses Jahr aus absolut nichtigen Gründen nicht zu genehmigen !

Abschließend stellt sich wohl nicht nur mir als einem davon betroffenen “Freund elektronischer Tanzmusik” die alles entscheidende Frage , ob Bremen groß genug ist , um auch zwei so unterschiedliche kulturelle Großveranstaltungen am selben Tag unter einen Hut zu bringen und damit auch eventuell in absehbarer Zeit erneut eine ernsthafte Bewerbung als “Kulturhauptstadt Europas” abgeben kann , oder aber ob es nur zu derartig abgründigen Provinzpossen dank Behördenwillkür fähig ist , wie im Fall der diesjährigen Verhinderung der “Vision Parade” , was einen fast schon irreparablem Imageschaden bedeuten würde !
Jedenfalls würde man damit die Jugendkultur in Bremen wieder mit einem Schlag gleich um mehrere Jahrzehnte zurückwerfen , was in gewissen Amtsstuben und Behörden dieser Stadt offensichtlich nicht als Problem angesehen wird , sondern eher als zweckdienliche Notwendigkeit !

Was für ein erbärmliches Trauerspiel – anstelle eines farbenfrohen “Parade-Beispiels” für friedliche und heiter gestimmte Jugendkultur !

Olaf A. Jürß ( alias Doc Jones – Radiomoderator , Produzent und Redakteur des JVR Networks in Bremen – http://www.jointventureradio.info/de/ )

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